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Der Mythos Lienzer Dolomiten

Bergwelt

Eigentlich kennt man die Dolomiten ja aus Südtirol. Wie kommt es, dass sie auch bei uns in Osttirol Dolomiten genannt werden? Und was hat es mit der Geologie der Lienzer Dolomiten auf sich? Wir wollen nicht nur das Panorama und Wanderungen in unseren Hausbergen genießen, sondern auch Antworten finden.

Karlsbader Hütte in den Lienzer Dolomiten © Winkler Hotels / Thomas Winkler

"Die Unholden"

in der Osttiroler Bergwelt

Ganz nah am Dolomitenhof in Tristach drängen sich die schroffen Lienzer Dolomiten stets ins Blickfeld unserer Gäste. Das Panorama ist atemberaubend, besonders im Abendlicht. Auch von so gut wie jedem Zimmer im Moarhof hat man „die Unholden“, wie die Dolomiten Lienzer Dolomiten auch genannt werden, direkt im Blick. Namen und Herkunft dieser Berge geben Rätsel auf.

Von Südtirol nach Lienz

wie die Dolomiten nach Osttirol kamen

Zur Namensgebung haben wir mit Evelyn Gander gesprochen. Sie ist allbekannte Stadtführerin in Lienz und hat unglaublich tiefes geschichtliches Wissen zu unserer Region. „Früher haben die Menschen bei uns viel Unholdes in den Bergen vermutet. Sie wären ja selbst gar nicht draufgekommen, die Berge zu besteigen. Das haben dann Geistliche, Adlige, Naturwissenschaftler übernommen. Ich denke, der Zusatz „Die Unholden“ wird wohl aus dem Respekt vor den Bergen entstanden sein.“, so Evelyn. Tatsächlich stammt der Name Dolomiten vom französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750–1801) ab. Er erforschte die Region in Südtirol im 18. Jahrhundert, Gestein als auch Gebirge erhielten dadurch seinen Namen.

Im 19. Jahrhundert dann reisten die beiden britischen Touristen und Reisejournalisten Josiah Gilbert, George C. Churchill durch die Alpenregion. Mit großer Entourage weilten sie in Südtirol und später auch in Osttirol. Sie erkannten die Ähnlichkeit der Berge und benannten sie in ihrem Reisebericht „The Dolomite Mountains“ 1864 zum ersten Mal als die Lienzer Dolomiten. Viel schöner als der vorherige Name „Kreuzkofel-Gruppe“ dachte sich da Tourismuspionier Josef Anton Rohracher. Er war führendes Mitglied im sogenannten „Verschönerungsverein“, jetzt vergleichbar mit dem Tourismusverband. Der Verschönerungsverein übernahm den Namen Lienzer Dolomiten und machte ihn zur Marke.

Lienzer Dolomiten im Vergleich

zur Region Drei Zinnen in Südtirol

Dreitörlweg in den Lienzer Dolomiten © Winkler Hotels / Thomas Winkler
Lienzer Dolomiten am Dreitörlweg © Winkler Hotels / Thomas Winkler
Südtiroler Dolomiten - Drei Zinnen © Winkler Hotels / Thomas Winkler
Region Drei Zinnen - Südtiroler Dolomiten © Winkler Hotels / Thomas Winkler

Teil des Drauzugs

und eine Abspaltung der nördlichen Kalkalpen

Die Lienzer Dolomiten zählen zum so genannten Drauzug und sind aus Kalkstein, wie ihr Pendant in Südtirol. Dieser Gebirgszug ist 40km lang, beginnt beim Kartitscher Sattel nahe Sillian im Osttiroler Pustertal und führt bis zum Gailbergsattel bei Oberdrauburg in Kärnten. Die höchsten Gipfel sind die Große Sandspitze (2770 Meter) und der Spitzkofel (2718 Meter).

Zur geologischen Entwicklungsgeschichte haben wir mit Geologen und Großglockner Bergführer Vittorio Messini gesprochen. Vitto Messini ist in Florenz geboren, lebt aber seit seinem 12 Lebensjahr in Kals. Er ist außerdem Initiator des Eispark Osttirol, den größte künstliche Eisklettergarten Österreichs. Er erzählt uns, dass die Lienzer Dolomiten hier eigentlich gar nicht stehen dürften.

Geologe & Bergführer Vittorio Messini © Zanier Gloves / Sam Strauss
Lienzer Dolomiten - Blick auf die Karlsbader Hütte © Winkler Hotels / Thomas Winkler

Vielfalt in Osttirol

und komplexe Gesteinsformationen

„Geologisch betrachtet zählen die Lienzer Dolomiten zu den nördlichen Kalkalpen. Durch die Alpenfaltung stehen sie nun da, wo sie sind.“, so Vitto. Alle Gesteinsschichten, die in den Lienzer Dolomiten vorkommen, gibt es eben auch in den nördlichen Kalkalpen, die sich von Vorarlberg bis Wien erstrecken. Vitto weist uns auf die Gesteinsformationen entlang unserer Wanderrouten hin: „Der Oberrhätkalk zum Beispiel – gut erkennbar beim Klettergarten Kreithof, ist typisch für das Alpenvorland. Den Hauptdolomit aus den Lienzer Dolomiten gibt es auch in der Nähe von Innsbruck, oder in der Miminger Kette. Die Raibler Schichten sieht man gut am Weg von der Dolomitenhütte zur Karlsbader Hütte. Diese schiefrigen Bänder findet man auch bei der Embach Klamm in Innsbruck.“, so Vitto. „Die Geodynamischen Ereignisse, die die unterschiedlichen Gebirgsketten Osttirols emporbrachten, zogen sich über Jahrmillionen. Das Ergebnis ist eine unglaubliche Variation an Gesteinen in Osttirol. Die Dolomiten in Südtirol sind zwar größer, aber weit homogener als die komplexe Gesteinsvielfalt Osttirols.“

Sommer-Wanderwoche in den Dolomiten © Winkler Hotels / Thomas Winkler
Wandergenuss im Winter - Lienzer Dolomiten © Winkler Hotels / Thomas Winkler

Sommer wie Winter

jede freie Minute in den Bergen Osttirols

Wir wussten schon immer, dass unsere Lienzer Dolomiten ganz besonders sind und betrachten sie bei unseren Wanderungen mit unseren Gästen ab sofort mit neuen Augen.

Thomas Winkler (GF) © Martin Lugger

Thomas Winkler

Thomas Winkler verbindet als Hotelier langjährige Gastgebertradition mit jungem, sportlichem Spirit: Aus dem Familienbetrieb Moarhof und seinem stilvoll restaurierten Dolomitenhof in Tristach entwickelte er die Marke Winkler Hotels. Mit den Natur Suiten schafft er noch mehr Raum und ein neues Niveau für Urlaubserlebnisse in den Winkler Hotels Osttirol. Wenn er nicht persönlich im Dolomitenhof Tristach präsent ist, zeigt er als zertifizierter Bergwanderführer Gästen gerade die schönsten Plätze der Bergwelt Osttirols.